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Christkatholische Leitsprüche
"Lasst uns an dem festhalten, was überall, immer und von allen geglaubt worden ist, denn dies ist wahrhaft und wirklich katholisch."
Vinzenz von Lerin
"Wir wollen festhalten an unserem alten Gott der Freiheit und an unseren unveräusserlichen Menschenrechten."
Augustin Keller
"Wir wollen eine Kirche, die die Wahrheit sucht und auf der Wahrheitsliebe ihrer Angehörigen beruht. Wir wollen eine Kirche, deren Verfassung auf der breiten Grundlage der Gemeinschaft der Gläubigen ruht. Wir wollen eine Kirche, in welcher das Licht der Wissenschaft leuchtet."
Walter Munzinger
IM NOTWENDIGEN EINHEIT
IN ZWEIFELSFÄLLEN FREIHEIT
IN ALLEM LIEBE
Augustinus
Die christkatholischen Glaubensprinzipien
Wie obige Leitsätze gut zeigen, ist der christkatholische Glauben katholisch im wahrsten Sinne des Wortes, und liberal-human.
In unserer Kirche wird auf die absoluten Rechte des Einzelnen sehr viel Wert gelegt. Wir erachten die Menschenrechte als nicht diskutierbar, im religiösen Bereich wird stark auf Gewissensfreiheit und Eigenverantwortung der Mitglieder geachtet. Aus diesen Gründen erteilt die Christkatholische Kirche auch keine Sittenlehre.
Die doppelte Bedeutung des Wortes "katholisch"
Das Wort katholisch bedeutet eigentlich "universal, allgemein, allumfassend" oder auch "auf das Ganze bezogen" und bezeichnete ursprünglich die Gesamtheit der Christen und ihrer Orts- und Nationalkirchen in der Einen Gesamtkirche (heilige, katholische und apostolische Kirche). Die Kirche war Eins durch ihre Patriarchen und Bischöfe. Ein einziges Oberhaupt kannte sie nicht. (Das Bistum stellt einige Seiten zur Verfügung, in denen die Geschichte der Urkirche behandelt wird.)
Die alte Kirche spaltete sich 1054 im grossen Schisma zwischen Rom und Konstantinopel, die römisch-katholische Kirche des Abendlandes und die orthodoxe (dt. rechtgläubige, richtig preisende) Kirche des Ostens entstanden. Beide erheben den Anspruch, katholisch zu sein.
Später kam die Zeit der Reformation und die Kirche des Abendlandes spaltete sich in evangelisch-reformatorische Kirchen und die römisch-katholische Kirche. Im Gegensatz zur früheren Spaltung wurden hier auch Glaubensinhalte neu interpretiert.
Das Wort "katholisch" erhielt eine neue Bedeutung. Heute wird unter katholisch zumeist die römisch-katholische Konfession verstanden. "Katholisch", ursprünglich für die Gesamtheit der Gläubigen gedacht, wurde in eine einzige Glaubensrichtung integriert.
Aber auch dieses "katholisch" trifft auf die Christkatholische Kirche und die anderen Kirchen der Utrechter Union zu. (Zur Geschichte und den Gründen für die Entstehung der Christkatholischen Kirche und der übrigen alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union, sind viele Informationen auf der Seite des Bistums onlinegestellt.)
Von der Christkatholischen Kirche eingeführte Änderungen
- Aufhebung des Zölibats, Priester dürfen heiraten
- Einführung der Landessprache, lange vor der römisch-katholischen Kirche
- Demokratischer Aufbau der Kirche, Kirchensynode
- Abschaffung des Beichtzwangs, Einführung eines allgemeinen Schuldbekenntnisses
- Völlige Gleichberechtigung der Geschlechter
- Frauen zum dreifachen geistlichen Amt zugelassen: Diakonin, Priesterin, Bischöfin
"Christ"-katholischer Glauben
Unsere Kirche hält fest an den sieben Sakramenten, an der apostolischen Sukzession, an der bischöflich-synodalen Struktur, die einst wahrhaft katholisch war, und auch an der "katholischen" Tradition. Unsere Kirchengebäude unterscheiden sich kaum von den römisch-katholischen, unsere Messgewänder sind identisch. Dies sind die äusserlichen Zeichen, die auf "katholisch" schliessen lassen.
Katholisch ist aber vor allem der Glauben unserer Kirche.
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