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Überblick Der Jansenismus ist eine innerkatholische Reformbewegung, welche die Gnadenlehre des Augustinus wieder verstärkt zur Geltung bringen wollte. Der Jansenismus war vor allem in Frankreich (Zentrum war das berühmte Kloster Port-Royal) bedeutsam.
Der Grundgedanke: augustinische Gnadenlehre
Das Zentrum: Port-Royal-des-Champs
Der Kampf gegen die Jansenisten
Die Bulle "Unigenitus Dei Filius" von 1713
Der Jansenismus geht auf seinen Gründer, den Bischof Cornelius Jansen, Bischof von Ypern (+1638) zurück. Die Bewegung versuchte die französische Kirche im Sinne der augustinischen Gnadenlehre zu reformieren. Nach dieser Lehre kann der Mensch nur durch die Gnade Gottes gerettet werden, allerdings einzig unter der Bedingung, dass Gott ihn zur Rettung auserwählt hat. Der Wille des Menschen zum moralisch Guten hat dabei keinen Einfluss.
Diese Lehre wurde von den Jesuiten bekämpft, die dem menschlichen Willen weit mehr Bedeutung beimassen. D.h. wer moralisch gut handelt, alle Gebote befolgt, kann auch auf Rettung hoffen.
Die Jansenisten machten aber vor allem durch ihre tiefe Frömmigkeit und ihren tadellosen Lebensstil einen grossen Eindruck auf die Oeffentlichkeit. Ihr Zentrum befand sich im Zisterzienserkloster Port-Royal-des Champs, welches von der Aebtissin Angélique Arnaud geführt wurde. Dort pflegten die « Messieurs de Port-Royal » sich zur Einkehr und zum Bibelstudium zurückzuziehen und versuchten von dort aus, die Kirche zu reformieren. An ihrer Spitze befand sich der heilige Cyprian (+1643), der in seinen Schriften die Rechte der Bischöfe und der Weltpriester gegenüber den Jesuiten verteidigt. Später tritt auch der jüngste Bruder der Aebtissin, Antoine Arnaud, der Bewegung bei. Der Gesellschaft von Port-Royal gehörten zahlreiche Philosophen und Gelehrte an, wie B. Pascal, Racine u.a.m.
Mit der Unterstützung Roms und des französischen Königs, versuchten die Jesuiten mit allen möglichen Mitteln den Jansismus auszumerzen. Nach der Verurteilung der Schrift « Augustinus » von Jansenius 1642 und dem Verbot, die jansenistischen Schriften zu verbreiten, kamen die Herausgeber überein, diese im Ausland zu veröffentlichen. Die Anhänger des Jansenismus wurden aufgefordert, ihrer Lehre abzuschwören. Wer sich widersetzte, wurde eingekerkert oder ins Exil geschickt. Dem Kloster von Port-Royal wurde wurde es untersagt, Messen zu halten und Sakramente zu spenden. 1709 wurde es aufgehoben und ein Jahr später zerstört.
Eine weitere Erfolgungswelle rief 1713 die Bulle « Unigenitus » hervor, in welcher der Papst 101 Artikel von Pasquier Quesnel verurteilte. Die Jansenisten und mit ihnen zahlreiche Bischöfe protestierten gegen die päpstliche Bulle und verlangten die Einberufung eines allgemeinen Konzils. Viele Verfolgte fanden in der Kirche von Utrecht Aufnahme.
Pasquer Quesnel, nach Antoine Arnauld Führer der Jansenisten, gab 1671 in Paris das Werk "Abrégé de la morale de l'Evanglile, ou Pensées chrétiennes sur le texte des 4 Evangelistes" heraus und 1687 eine Ergänzung. Das Werk wurde mehrfach neu aufgelegt. Nach der Herausgaben von 1693 und 1699 verlangte der Pariser Erzbischof Noailles Korrekturen. 1708 verbot der Papst das Werk. Da dies den Jansenisten keinen Eindruck machte, verurteilte der Papst auf das Verlangen König Ludwigs XIV das Buch und 101 daraus entnommene Sätze in der Bulle "Unigenitus Dei Filius". Einige mit Quesnel befreundete Bischöfe Frankreichs appelierten vom Papst an ein allgemeines Konzil und wurden daher exkommuniziert. Die altkatholischen Bischöfe haben in der Erklärung von 1889 die Bulle "Unigenitus" verworfen als mit der Lehre der alten Kirche in Widerspruch stehend. Schwer wiegt, dass die Bulle einige Sätze verurteilt, welche vom grossen Kirchenlehrer Augustinus stammen.
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