 |
Wozu Reform in der Kirche? Die grundsätzliche Frage lautet: wie versteht sich die Kirche selber und wie soll sie ausgestaltet sein? Am Beispiel eines Idealbildes kirchlicher Gemeinschaft und seiner Umsetzung soll das illustriert werden. Das Ideal begegnet uns im Neuen Testament in der Apostelgeschichte:
"Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten." (Apg 2,44-47)
Dieses und ähnliche Motive bestimmen das Denken über die richtige Form gelebten Christentums. Wenn immer der Anspruch besonders krass unerfüllt erscheint, kann der Ruf nach einer Orientierung zurück auf Urbild erklingen. Dazu kommt das Wissen um die Mangelhaftigkeit und Sündhaftigkeit menschlichen Lebens. In jedem Zeitalter und überall gibt es Misstände, die es zu beseitigen gilt. Die Kirche ist nicht nur menschliche Gemeinschaft, sondern auch der Leib Christi. Dieser wird durch diese Mängel verletzt und "deformiert". Deshalb versteht sich die Kirche auch immer als reformbedürftig, als "Ecclesia semper reformanda".
|
 |
|
|
|