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Priesterinnenweihe in der Schweiz Am 19. Februar 2000 ging für die Christkatholische Kirche der Schweiz ein Weg zu Ende, der sie mehr als zwei Jahrzehnte in Atem gehalten hatte: es wurde zum ersten Mal eine Frau zur Priesterin geweiht.
Am 21. Mai 2005 fand die 2. Priesterinweihe und am 14. Januar 2006 die 3. Priesterinweihe der Christkatholischen Kirche der Schweiz statt.
Eine international umstrittene Frage Die Frage, ob Frauen zum dreifachen apostolischen Amt - Diakonat, Priesteramt, Bischofsamt - zugelassen werden sollen, war und ist in den altkatholischen Kirchen der Utrechter Union sehr umstritten. Auf einen einfachen Nenner gebracht lässt sich sagen: die Kirchen in Holland, Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Frauenordination eingeführt, weil sie sie in ihrem Kontext für die Glaubwürdigkeit ihrer Sendung für notwendig ansehen. Die Kirchen in Nordamerika, Polen und der Tschechischen Republik lehnen die Frauenordination ab, weil sie das alleinige Priestertum für Männer als gottgewollt und zum Wesentlichen des Glaubens gehörend betrachten.
Die Radikalität, mit der die entsprechende Haltung vertreten wird, ist unterschiedlich. Besonders radikal in die eine und die andere Richtung sind die Kirche von Deutschland, die als erste altkatholische Kirche Frauen zu Priesterinnen geweiht hat, einerseits, und die Polnisch-katholische Nationalkirche in Nordamerika, die jeweils die volle Gemeinschaft aufgekündigt hat, wenn eine Kirche eine Frau geweiht hat. 2003 ist sie dann aufgrund dieser Frage leider aus der Utrechter Union ausgeschieden.
Die Internationale Bischofskonferenz ist in dieser verfahrenen Situation nicht zu einem gemeinsamen Grundsatzentscheid gekommen. An der Sondersitzung, die vom 6. bis 15. Juli 1997 in Wislikofen/Schweiz stattfand, sprach sich wohl eine Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Bischöfe für die Frauenordination aus, die für einen verbindlichen Entscheid geforderte Einstimmigkeit wurde hingegen nicht erreicht. Es gab zwar eine einstimmig verabschiedete Schlusserklärung und ein offizielles Communiqué, aber darin konnte auch nicht mehr getan werden als die verfahrene Situation möglichst präzise und ehrlich festzustellen.
Der Weg der Schweizer Kirche Auf Schweizer Ebene hat sich seit mehr als zehn Jahren jede ordentliche und auch zwei ausserordentliche Synoden mit der Frage auseinandergesetzt. Wichtig war auch das Seminar vom 11. bis 13. August 1995 in Dulliken, das sich intensiv mit der Frage der Frauenordination damit zusammenhängenden Fragen befasste. An jeder Synodesession wurde über die Entwicklungen in dieser Fragen informiert, es gabe auch mehrere Sondersessionen der Nationalsynode, zuletzt am 8. November 1997 in Zürich.
Die Einführung der Frauenordination in der Schweizer Kirche bedingte eine Änderung der Verfassung. Eine solche erlangt erst Gültigkeit, wenn zwei aufeinanderfolgende Sessionen der Nationalsynode ihr zustimmen. An den ordentlichen Sessionen von 1998 in Thun und 1999 in Luzern hat nun die Nationalsynode der Frauenordination zugestimmt. Der Beschluss wurde jeweils mit überwältigender Mehrheit von mehr als 90% Ja-Stimmen gefasst.
In der Person von Denise Wyss gab es bereits eine voll ausgebildete Theologin, die sämtliche Voraussetzungen für die Weihe zur Priesterin erfüllte. Die Weihe wurde am 19. Februar 2000 in Solothurn von Mgr. Antonius Jan Glazemaker vorgenommen, dem damals noch amtierenden, inzwischen aber pensionierten Erzbischof von Utrecht. Er hat die Weihe in Vertretung von Bischof Hans Gerny übernommen, der krankheitshalber abwesend sein musste.
Hintergrundinformation Medienmitteilungen und Pressespiegel zur Weihe von Denise Wyss zur ersten Priesterin
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